22'200 Beschäftigte
Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie abermals mit Einbussen
publiziert: Donnerstag, 25. Apr 2013 / 17:02 Uhr
Die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie beklagt ein weiteres «ernüchterndes Geschäftsjahr». (Symbolbild)
Die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie beklagt ein weiteres «ernüchterndes Geschäftsjahr». (Symbolbild)

Fehraltdorf ZH - Die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie beklagt ein weiteres «ernüchterndes Geschäftsjahr». Die Exporte haben 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 2,8 Mrd. Fr. abgenommen. Die Branche glaubt aber an den Standort Schweiz.

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Die Zahl der Vollzeitstellen sank im vergangenen Jahr allerdings um rund 1200 auf noch 13'600, wie der Branchenverband Swiss Textiles am Donnerstag mitteilte. Im Jahr 2000 hatte die Branche noch 22'200 Beschäftigte gezählt.

Gründe für die neuerlichen Einbussen seien auch in dieser exportabhängigen Branche die Verunsicherung in Europa. Und der starke Franken drückte auf die Exporte auch nach Asien.

Der Textilverband macht aber nicht auf Untergangsstimmung: Die Wertschöpfung habe nur leicht um 1,7 Prozent auf 1,16 Mrd. Fr. abgenommen, hiess es. Die Schweizer Textilunternehmen behaupteten sich nach zwei sehr schwierigen Jahrzehnten nun erfolgreich in Nischenmärkten.

Schlüsselfaktoren seien Flexibilität und Kundennähe, qualitativ hochstehende Nischenprodukte, ein Ausnutzen der internationalen Wertschöpfungskette und nachhaltige Produktion, sagte der Präsident von Swiss Textiles, Andreas Sallmann, an der Jahresmedienkonferenz beim Textildruckunternehmen E. Schellenberg in Fehraltdorf ZH.

Innovation als Überlebensstrategie

Der neue Direktor von Swiss Textiles, Peter Flückiger, räumte ein, auch in seinem Umfeld hätten ihn viele gefragt, ob es denn überhaupt noch Schweizer Textilunternehmen gebe und inzwischen nicht alles in Asien produziert werde. Er habe aber eine sehr innovative, leidenschaftliche und vorwärts orientierte Branche kennen gelernt.

So sei es ihr gelungen, die Produktivität seit dem Jahr 2000 um 48 Prozent zu steigern. Die Firmen fokussierten in der Schweiz auf wertschöpfungsintensive Produkte und Prozesse, beschäftigen aber inzwischen 81'000 Mitarbeitenden im Ausland in der einfacheren Produktion.

Erfolg soll die Ausrichtung auf neue Märkte ausserhalb Europas bringen. Bei den Textilien ist das letztjährige Exportminus fast vollständig auf die zehn grössten Absatzmärkte zurückzuführen. Bei den Kleidern aus der Schweiz hat China die USA als drittgrössten Importeur abgelöst. Neu erscheint Russland in den Top 10.

Politische Forderungen

Für Wachstum brauche es einen liberalen Arbeitsmarkt, betonte Verbandspräsident Sallmann. Der Textilverband setzt sich daher gegen eine Sozialplan-Pflicht ein, lehnt die Mindestlohn- sowie die 1:12-Initiative ab und taxiert auch die Energiestrategie 2050 als gefährlich.

Dringend nötig seien hingegen Freihandelsabkommen mit Indien, China und der russischen Zollunion. Wichtig ist dem Verband auch das duale Berufsbildungssystem.

Die Branchenvertreten zeigten sich für 2013 verhalten optimistisch. Urs Schellenberg, Chef der E. Schellenberg Textildruck, sagte, die ersten Monate 2013 seien in seiner Firma sehr gut verlaufen. So wurden Samstags-Sondereinsätze nötig. Die Nachfrage sei aber sehr volatil: «Wir sehen maximal vier Wochen voraus, es kann schnell drehen.»

(hä/sda)

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